Recyceltes Kaschmir

Was ist recyceltes Kaschmir?

Recyceltes Kaschmir ist ein aus alten Kaschmir Textilien gewonnenes Garn, das über alle Trageeigenschaften verfügt, die auch neues Kaschmir so besonders machen:

 

• Kaschmir wärmt besonders gut (sechsmal besser als Schafwolle)

• Kaschmir ist wasserabweisend

• Kaschmir knittert nicht und muss somit nicht gebügelt werden

• Kaschmir nimmt Gerüche kaum auf

• Kaschmir ist schmutzabweisend

• Kaschmirfasern sind sehr stark und reißfest

 

Das Recyclinggarn entsteht in einem mechanischen Prozess. Recyceltes Kaschmir (auch Cashmere, Kaschmere) ist eine hervorragende Alternative für Verbraucher*innen, die bewusst und nachhaltig konsumieren. 

Konventionell hergestellte Wolle und Kaschmir sind in den letzten Jahren stärker hinterfragt worden: Denn was so possierlich und naturnah klingt, hat einen großen Impact auf Tiere und Umwelt. Schafe und Kaschmirziegen brauchen große Flächen Weideland, bei der Schur der Schafe oder dem Auskämmen der Kaschmirwolle kommt es immer wieder zu Verletzungen der Tiere. Praktiken wie Mulesing sind zu Recht unter Beschuss. Gut, dass mit dem Recycling von Wolle und Kaschmir die Lösung so naheliegend wie ökologisch wertvoll ist. 

 

Wie wird recyceltes Kaschmir hergestellt?

Das Recycling von Kaschmir

• ist eine Jahrhunderte alte Kulturtradition, die in Europa insbesondere in der Region rund um die italienische Stadt Prato praktiziert wird. Die „Lumpensammler“, wie man die Einwohner von Prato im Scherz nennt, haben diese Erfahrung jetzt zu ihrem Know-how Vorsprung gemacht und sind am Weltmarkt führend, wenn es um das Recycling von Kaschmir geht. 

• beruht auf einem rein mechanischen Prozess. Getragene Bekleidung und Textilien aus Kaschmir wird zerfetzt und diese Stücke können dann zu neuem Garn versponnen werden.

• macht in vielen Fällen das Färben überflüssig, da die Altmaterialien vor dem Recycling nach Farben sortiert werden. Durch die verschiedenen Ausgangsfarbtöne hat recyceltes Kaschmir oft einen Mélange-Effekt. 

• spart bis zu 90 Prozent der CO2-Emmisionen, die die Gewinnung von neuem Kaschmir erfordert. Außerdem werden der Wasserverbrauch und der Einsatz von umweltbelastenden Chemikalien deutlich gesenkt

• eliminiert das Leid der Kaschmirziegen 

 

Upcycling von Kaschmir

Das Recycling von Kaschmir ist nicht die einzige Technik, mit der die Umweltbilanz von Kaschmir verbessert werden kann. Einige Firmen geben Kaschmirprodukten auch ein neues Leben, indem sie alte Stücke auftrennen und das Garn neu verstricken. Außerdem gibt es Marken, die ausschließlich sogenannte Leftovers verwenden. Wenn ein Kaschmirpullover gestrickt wird, versucht man das möglichst von einer Garnspule zu machen, denn den Faden im Strickstück zu wechseln, würde einen kleinen Makel im fertigen Produkt hinterlassen. Weil aber nicht jedes Stück eine volle Garnspule verbraucht, bleiben in den Produktionsstätten viele Reste auf den Spulen ungenutzt. Verstrickt man diese Reste zum Beispiel als Multicolor-Socken, Mützen oder Schals, muss das kostbare Garn nicht weggeworfen werden. 

 

Wie pflegt man recyceltes Kaschmir richtig? 

Um deine Mütze, deinen Schal oder deinen Pulli aus Recycling Cashmere lange schön zu erhalten, raten wir dir, ihn streng nach Pflegeetikett zu waschen. 

Zusätzlich dazu unsere Pflegetipps für Textilien aus recyceltem Kaschmir: 

Cashmere bei niedrigen Temperaturen oder gar Kaltwäsche im Wollwaschgang waschen. Von der Handwäsche raten viele Hersteller ab, weil die Reste des Waschmittels nicht so gründlich ausgespült werden wie in der Maschine. Die Schleuderzahlen sollten niedrig sein. 

• Verwende für Kaschmir speziell abgestimmte Wollwaschmittel, keine Bleichmittel und keinen Weichspüler, der die Fasern verschließt. 

• Vielen Kaschmirteilen tut es gut, nach dem Waschen kurz im Trockner gelüftet zu werden. Verwende dafür ein kurzes Programm, fünf Minuten reichen, um die Kaschmirhaare wieder aufzustellen und dem Stück ein weiches Finish zu geben. Keine hohen Temperaturen! 

• Pilling und Knötchenbildung ist selbst beim teuersten Kaschmir eine Begleiterscheinung. Die Knötchen können mit einem speziellen Kaschmir Kamm, einer Bürste oder einem Fusselrasierer manuell entfernt werden. 

 

Ist recyceltes Kaschmir sortenrein? 

In den allermeisten Recyclinggarnen wie zum Beispiel recycelter Baumwolle braucht es einen relativ hohen Anteil an beigemischter Neufaser, damit die gewünschte Haltbarkeit und Qualität gegeben sind. Da ist Kaschmir in seiner Recyclingbilanz deutlich besser: Oft müssen nur fünf Prozent Neuware untergemischt werden, manche Hersteller kommen gar ganz ohne „Virgin“ Kaschmirwolle aus. 

 

Wer garantiert für die Ausgangsware? 

Wer Recycling konsequent macht, muss auch die Frage stellen: Woher kommt die Altware und unter welchen Bedingungen wurde sie produziert. Die Textilien für das Recycling können grundsätzlich aus Sammlungen kommen oder aber Fabrikabfälle und Leftovers beinhalten. Diese Spinnreste sind streng genommen kein echtes Recycling, weil es sogenannte Pre-Consumer Abfälle sind. Als echtes Recycling gelten nur Post-Consumer Textilien. 

Es gibt verschiedene Güteklassen, in die Alttextilien klassifiziert werden. Will man neue Textilien stricken oder weben, benötigt man hochwertiges Altkaschmir. Viele Hersteller von recycelten Kaschmirgarnen oder -stoffen verwenden zum Beispiel den Global Recycling Standard (GSR), um ihre Produktionsweise zu zertifizieren.