Biobaumwolle: Die saubere kleine Schwester der beliebtesten Naturfaser Was sind die allgemeinen Eigenschaften von Baumwolle? * besonders langlebig/strapazierfähig * reiß- und scheuerfest * sehr saugfähig (kann bis zu 65 Prozent des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen) * trocknet langsam * hautfreundlich, kratzt nicht, weich im Griff * geringes Allergiepotential * luftdurchlässig, nicht wärmeisolierend * unempfindlich gegenüber Schweiß und Laugen * im feuchtem oder nassen Zustand reißfester als in trockenem Wie nachhaltig ist Bio-Baumwolle? + sehr strapazierfähig und lange haltbar + biologisch abbaubar, da zum Großteil aus Zellulose + kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineralöldüngern - enorm hoher Wasserverbrauch (1 kg Baumwolle = 11.000 l Wasserverbrauch) - wächst nicht regional   Warum ist Bio-Baumwolle sinnvoll? Die meisten Naturtextilien werden heute aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle ist gegenwärtig die am...
Lexikon

Bio-Baumwolle

Biobaumwolle: Die saubere kleine Schwester der beliebtesten Naturfaser


Was sind die allgemeinen Eigenschaften von Baumwolle?

* besonders langlebig/strapazierfähig
* reiß- und scheuerfest
* sehr saugfähig (kann bis zu 65 Prozent des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen)
* trocknet langsam
* hautfreundlich, kratzt nicht, weich im Griff
* geringes Allergiepotential
* luftdurchlässig, nicht wärmeisolierend
* unempfindlich gegenüber Schweiß und Laugen
* im feuchtem oder nassen Zustand reißfester als in trockenem


Wie nachhaltig ist Bio-Baumwolle?

+ sehr strapazierfähig und lange haltbar
+ biologisch abbaubar, da zum Großteil aus Zellulose
+ kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineralöldüngern
- enorm hoher Wasserverbrauch (1 kg Baumwolle = 11.000 l Wasserverbrauch)
- wächst nicht regional

 

Warum ist Bio-Baumwolle sinnvoll?

Die meisten Naturtextilien werden heute aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle ist gegenwärtig die am häufigsten verarbeitete Naturfaser der Textilindustrie. Ihre große Beliebtheit ist zurückzuführen auf ihre Weichheit und Hautfreundlichkeit, das damit verbundene niedrige Allergiepotenzial und auf die Vielseitigkeit der Faser selbst.
Aus ökologischer Sicht ist Baumwolle ein sinnvoller Rohstoff, da sie hauptsächlich aus zu 100% biologisch abbaubarer Zellulose besteht und somit keine Müllproblematik entsteht wie etwa bei synthetischen Kunstfasern. Zudem zeichnet sich die Faser aus durch eine außerordentliche Strapazierfähigkeit, was die Nutzungsdauer von Baumwollkleidung im Vergleich zu anderen Textilien deutlich verlängert.
Bei glore sind alle Baumwollprodukte aus kontrolliert biologischem Baumwollanbau ohne Gentechnik. Dieser Rohstoff ist deshalb besonders nachhaltig, weil er eine Reihe schwerwiegender Umweltbelastungen vermeidet, die mit dem Anbau konventioneller Baumwolle verbunden sind:
Die Baumwollpflanze wächst sehr langsam und damit lange. Um einen hohen Ertrag zu erreichen werden die Baumwollfelder häufig sofort nach der Ernte wieder neu bestellt, was problematisch ist, da sich die genutzten Böden nicht erholen können. Folge sind Monokulturen, die anfälliger sind für jede Art von Schädling und Unkrautbefall und starker Düngung bedürfen. Bekämpft wird dies einerseits mit dem massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, so entfallen aktuell knapp ein Viertel der weltweit ausgebrachten synthetischen Pflanzenschutzmittel auf die Baumwoll-Landwirtschaft, obwohl sie nur einen Bruchteil, 2,4 - 2,5%, der globalen Ackerfläche ausmacht. Andererseits wird die Übernutzung kompensiert durch eine starke Düngung der Böden. Um die Erträge zu steigern wird beim konventionellen Baumwollanbau außerdem häufig gentechnisch verändertes Saatgut eingesetzt.

 

Wie wird Bio-Baumwolle hergestellt?

Beim biologischen Anbau hingegen wird die Fruchtfolge berücksichtigt – es werden also abwechselnd verschiedene Pflanzenarten auf den Agrarflächen angebaut. Es wird damit in Kauf genommen, dass die jeweiligen Flächen saisonweise keinerlei Ertrag erwirtschaften können. Jedoch wird damit auch die Erhaltung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit gewährleistet und zudem vermieden, dass sich Schädlinge in den Monokulturen übermäßig vermehren. Gegen mögliche Schädlinge werden im Bio-Anbau darüber hinaus nur natürliche Feinde wie Pflanzen eingesetzt bzw. die Bauern beschränken sich auf das manuelle Entfernen von Unkraut und Ungeziefer. Die Düngung schließlich erfolgt durch das Aufbringen von Humus oder Jauche8 auf die Felder.

Zur Ernte der reifen Baumwollkapsel wird in der konventionellen Landwirtschaft zumeist eine weitere Chemikalie auf die Felder ausgebracht, um Zeit zu sparen: Hochgiftige Entlaubungsmittel werden auf die Pflanzen gesprüht, damit die maschinelle Ernte erleichtert werden kann. Dies birgt auch gesundheitliche Gefahren für die Baumwollbauern und Erntehelfer. Bio-Baumwolle hingegen wird zumeist per Hand gepflückt, wodurch eine Entlaubung entfällt, da die geübten Pflücker natürlich ohne weiteres reife von unreifen Kapseln bzw. Blätter von Kapseln unterscheiden können. Das dauert länger, ist aber schonender für Mensch und Umwelt.
Ein großes Manko der Baumwolle ist ihr extrem hoher Wasserverbrauch in der Wachstumsphase. So benötigt die Produktion von 1 kg Baumwolle rund 11.000 l Wasser. Dieser Bedarf kann durch verbesserte Technologie (Tröpfchen- oder Furchenbewässerung) und Schulung der Bauern zwar um bis zu 40% verringert werden8, jedoch bleibt der Wasserverbrauch immer noch vergleichsweise hoch.
Weiterhin problematisch ist der Umstand, dass Baumwolle, egal ob bio oder nicht, regional nicht angebaut werden kann. Aktuell sind die wichtigsten Produzenten China, Indien, die USA und Pakistan. Die Baumwolle muss also in jedem Fall entweder vor oder nach der Weiterverarbeitung nach Europa transportiert werden, was immer CO2-Emission zur Folge hat.


Weiterverarbeitung

Auch in allen folgenden Schritten der Weiterverarbeitung gelten bei unserer GOTS-zertifizierten Bio-Baumwolle strikte Beschränkungen beim Einsatz von Chemikalien:
Farben, Öle für Strick- und Webprozesse und andere Hilfsstoffe müssen grundlegende Auflagen erfüllen hinsichtlich ihrer Giftigkeit und biologischen Abbaubarkeit. Erlaubt ist ferner nur Sauerstoff- und keine Chlorbleiche. Weiterhin müssen alle Abwässer gefiltert oder anderweitig behandelt werden um sicherzustellen, dass keinerlei Verschmutzungs-oder Vergiftungsgefahr besteht für Umwelt und Gewässer in der Nähe der Produktionsstätten. Nicht nur im Hinblick auf Abwässer, sondern generell allem Produktionsabfall müssen die zertifizierten Produktionsstätten Strategien vorlegen können und natürlich umsetzen, die eine Minimierung des Mülls und adäquate Entsorgung beinhalten.
Accessoires an der Bio-Baumwollkleidung, etwa Knöpfe oder Applikationen, dürfen unter keinen Umständen PVC enthalten, ab 2014 müssen sogar alle Polyester-Bestandteile aus recyceltem Altkunststoff bestehen. Gleiches gilt für die Verpackungsmaterialien der Baumwoll-Produkte, auch hier ist PVC gänzlich verboten und seit 2014 müssen Preisschilder und Verpackungsmaterial aus Pappe und Papier aus recycelten Quellen stammen.

 

Wie pflegt man Baumwolle richtig?

*Waschen:
Oberbekleidung bei 30°C, Unterwäsche bei 60°C
Kein spezielles Waschmittel notwendig, wir empfehlen Waschmittel ohne optische Aufheller und Fleckensalze
Wichtig: Farben trennen beim Waschen!


*Trocknen:
Bio-Baumwolle hat keine chemische Pflegeausrüstung, deshalb ist sie nicht einlaufsicher und somit trocknerungeeignet
Am besten nach dem Waschen in Form ziehen und liegend trocknen.


*Bügeln
Bei bis zu 200°C bügelbar, besser aber leicht feucht bei niedrigeren Temperaturen bügeln


*Fleckenbehandlung:
Farbechtheit prüfen auf Innenseite!
kein Benzin, sondern Gallseife oder Panamarinden-Extrakt Reiniger verwenden
Fleck damit einreiben und anschließend das ganze Stück waschen

 


Pima-Baumwolle

Pima-Baumwolle ist eine besondere Sorte Baumwolle: Sie ist 50% länger als eine normale Baumwollfaser und wächst im Norden Perus. Zudem ist Pima-Baumwolle weicher und feiner als andere Baumwollsorten und sorgt damit für ein ganz besonderes Tragegefühl.

 

Recycelte Baumwolle

Recycelte Baumwolle wird gewonnen aus post-consumer Müll, Verschnitt und überschüssigen Fasern bzw. überschüssigem Garn bei der Garnherstellung. Zumeist werden heute noch Spinnabfälle genutzt, Garnment-to-Garnment-Recycling technologisch noch in den Kinderschuhen steckt.
Alle wiederzuverwertenden textilen Flächen werden zunächst geschreddert und in einem nächsten Schritt die Baumwollfasern aus den entstandenen Fetzen gezogen. Diese werden anschließend mehrmals kardiert, das bedeutet eine erste Ausrichtung der losen Textilfasern zu einem Flor oder Vlies wird vorgenommen. Hiernach wird das Vlies im Open-End-Spinnverfahren zu einem neuem Garn verarbeitet.
Dieses Verfahren ist besonders nachhaltig, da nicht neu gefärbt werden muss aufgrund der bereits erfolgten Färbung der Fasern vor dem Recycling. Zudem entfallen natürlich alle Problematiken des normalen Baumwollanbaus wie Wasserverbrauch und CO2-Emissionen.