Hanf

Hanf: eine vergessene Naturfaser auf dem Vormarsch

Was sind die allgemeinen Eigenschaften von Hanf?

  • sehr reißfest
  • lädt sich nicht elektrostatisch auf
  • gute Feuchtigkeitsaufnahme
  • trocknet sehr schnell
  • wenig dehnfähig und elastisch
  • kühlendes Tragegefühl
  • unterdrückt die Entstehung von Gerüchen

Wie nachhaltig ist Hanf?

  • sehr strapazierfähig und lange haltbar
  • biologisch abbaubar, da zum Großteil aus Zellulose
  • von Natur aus kaum Pestizide und keine Herbizide notwendig
  • sehr schnell nachwachsender Rohstoff
  • kann in Europa angebaut werden
  • relativ hoher Wasserverbrauch
  • aktuell keine Zertifizierung möglich


Wie pflegt man Hanf richtig?

  • Waschen

Bei maximal bei 30°C, Einlaufgefahr!
Auf links gedreht waschen
Kein spezielles Waschmittel nötig, wir empfehlen Waschmittel ohne optische Aufheller und Fleckensalze
Farben getrennt waschen!

  • Trocknen

Nicht notwendig, da die Faser schnell trocknet. Maschenware im noch feuchten Zustand in Form ziehen

  • Bügeln

Bei bis zu 200°C bügelbar, am besten von links, im feuchten Zustand

  • Fleckenbehandlung

Flecken nicht separat entfernen, da helle Scheuerstellen entstehen können!
Kleidungsstück immer im Ganzen waschen


Was macht Hanf besonders?

Anbau und Ernte

Hanfanbau war nach dem 2.Weltkrieg lange Zeit verboten, erst seit kurzem erlebt die Faser ein Revival. Derzeit beläuft sich der Anteil der Hanffaser an der weltweiten Faserproduktion jedoch dennoch nur auf knapp 1%.
Ähnlich der weitaus wichtigeren Baumwollfaser ist Hanf biologisch zu 100% abbaubar und extrem strapazierfähig und somit langlebig. Dies reduziert die Müllproblematik, die im Zusammenhang mit anderen Fasern auftritt, enorm.
Großer Vorteil beim Anbau der Hanfpflanze ist zudem, dass durch seinen dichten, schnellen Wuchs der Hanf anderen Unkräutern das Licht nimmt und somit der Bedarf von Herbiziden schlicht nicht gegeben ist. Pestizide werden unnötig, da die Pflanze von Natur aus einen starken Geruch entwickelt, der viele Schädlinge fernhält. Hanf als Nutzpflanze wird heute meist von Kleinbauern auf kleinen Ackerflächen und in Fruchtfolge angebaut. Diese Form des Anbaus trägt ebenfalls dazu bei, dass sich Schädlinge nicht übermäßig vermehren und spart somit Pflanzenschutzmittel.  
Hanf ist mit einer der schnellst nachwachsenden Rohstoffe, mit einer Wachstumsgeschwindigkeit von rund 30 cm pro Woche. Die Ernte ist bereits nach 100-120 Tagen möglich. Auch die Problematik der Verwendung von Mineralöldüngern ist eher untergeordnet: Bio-Hanf wird nur natürlich gedüngt, und im Falle des konventionellen Hanfs werden nur kleine Mengen an Düngemitteln ausgebracht. In diesem Zusammenhang gab es bereits Versuchsreihen, die nahelegen, dass bei guter Bodenqualität Düngung sogar schädlich für die Qualität des Endproduktes sein kann.



Ein Nachteil der Faser ist sein verhältnismäßig hoher Wasserbedarf von 4 m2 Wasser je produziertem Kilogramm Fasern. Im Vergleich zur Baumwolle ist Hanf damit aber deutlich weniger durstig.

Darüber hinaus ist die Zertifizierung von Bio-Hanf noch nicht sehr weit verbreitet und nur unzureichend reglementiert. Einerseits liegt das an der geringen Relevanz für den weltweiten Fasermarkt und daran, dass es zumeist Kleinbauern sind, die den Hanf anbauen. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel eine Zertifizierung zu tragen und zudem erfolgt der Anbau durch diese Landwirte traditionell ohnehin sehr naturnah, weshalb sie oftmals den Sinn einer Zertifizierung nicht ersehen.
Nach der Ernte erfolgt ähnlich wie bei Leinen die sog. Röste. Hierbei gibt es zwei Alternativen.

Weiterverarbeitung

Wie obig dargelegt, hat sich eine Zertifizierung für Hanf ganz spezifisch noch nicht etabliert. Oftmals wird unser Hanf in GOTS-zertifizierten Fabriken weiterverarbeitet – hier gelten die Bestimmungen, wie sie auch für Bio-Baumwolle.