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    PYUA: Sportswear trifft hohe Qualität und Style!

    13. Juli 2018

    Seit der Spring-Summer Season 2018 neu im glore Sortiment: das coole Outerwear-Label PYUA! Nachhaltigkeit ist dabei das Dogma des norddeutschen Unternehmens mit Sitz in Kiel. PYUA steht für eine Kombination aus Funktionalität, Sportlichkeit und nicht zuletzt richtig stylischem Design. Dem Sportswear-Hersteller geht es dabei um eine faire und transparente Wertschöpfungskette und einen respektvollen Umgang mit der Natur. So sollen die Produkte lange getragen werden können und so ressourcenschonend wie möglich hergestellt werden. Aussortierte PYUA-Kleidung wird zudem bei Partnerunternehmen recycelt, um den CO2-Ausstoß gering zu halten und die Rohstoffverwertung so effizient wie möglich zu gestalten. Um euch einen Einblick in die Unternehmensphilosophie des Sportartikelherstellers zu geben, haben wir uns mit Timo Perschke, dem Gründer von PYUA unterhalten. Er hat uns erklärt was es mit dem Namen auf sich hat, welche Ansprüche das Label an sich selbst stellt und wie man bei PYUA mit dem großen Erfolg umgeht: neben zahlreichen Innovations- und Umweltpreisen, die PYUA in den letzten Jahren abgeräumt hat, konnte das Kieler Unternehmen erst dieses Jahr wieder eine Auszeichnung entgegennehmen. Schaut im Shop vorbei und klickt euch durch die coole Sportswear: nachhaltig, hochwertig und stylisch!

     

    1. Was hast Du vor Pyua gemacht? Gab es damals einen Schlüsselmoment, der dich zur Gründung von Pyua bewogen hat?
    Gelernt habe ich Versicherungskaufmann, im Anschluss habe ich BWL studiert und bin über meine Leidenschaft Windsurfen in die Sportbranche gerutscht. Lange Zeit habe ich brasilianische Surfwear in Europa vertrieben. Im Anschluss bin ich von der Küste nach München und habe für Konzerne Trends in den Bereichen Look und Fabric weltweit beobachtet und sie bei der Produktion betreut. In diesem Zusammenhang habe ich immer wieder nachhaltige Themen kennengelernt, die mich offenbar sehr nachhaltig beeindruckt haben – so kam der Wille eine eigene Marke mit Umwelt-USP zu gründen. Spaß bei der Arbeit mit wirklichem Zweck!

    2. Woher kommt der Name „Pyua“ und wie viele Leute stehen heute hinter der Marke?

    Pyua kommt aus dem japanischen und bedeutet soviel wie rein und unendlich. Mir war von Beginn an wichtig, dass der Markenname die Grundwerte widerspiegelt. Blau als Logofarbe wurde in Anlehnung an Wasser, den perfekten Kreislauf rund um den Erdball gewählt. Mit Pyua haben sich im Laufe der letzten 10 Jahre deutlich mehr Menschen beschäftigt, als in dem Unternehmen heute arbeiten, großartige Partner, die mit uns Wissen teilen, um das Produkt so entstehen zu lassen wie wir es heute kennen. Seit Beginn suchen wir Spezialisten für unterschiedliche Bereiche – um Fehler zu vermeiden, aber vor allem um schnell und agil zu bleiben. Der Geschwindigkeit verdanken wir vor allem unseren Wissensvorsprung und damit die weltweite Einzigartigkeit.

     

     

    3. Du hattest bei der Gründung des Labels bereits ganz genaue Vorstellungen und hohe Ansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen. War es schwierig diese Visionen umzusetzen? Auf welche Herausforderungen sind du und dein Team gestoßen?

    Vorstellungen vielleicht – genaue schon sehr viel weniger. Nachhaltigkeit ist heute ein mehr denn je genutztes Wort, mit welchem auf Richtigkeit hingewiesen werden soll. Was sich dahinter aber genau verbirgt wird überall auf der Welt und bei jedem Menschen im Kopf ganz unterschiedlich eingeordnet. Dasselbe gilt im Übrigen für faire Arbeitsbedingungen. Auf einer Seite stehen Hochtechnologieländer, die mit dem ausschließlichen Profitgedanken Industrien verlagert haben. Nun kommen aus unterschiedlichen Beweggründen, wie etwa politischer oder gesellschaftlicher Druck neue Aufgaben hinzu. Dabei versucht jedes Unternehmen seine eigene Philosophie umzusetzen. Mal um den einen oder anderen „ÖKO“ und „FAIR“ Stempel zu bekommen, weniger häufig aus Überzeugung ohne Hintergedanken. Wir haben nun 10 Jahre Erfahrung, eigene Vorstellungen und sehr tolle Erfolge erzielt, dabei aber immer wieder wirkliche Niederlagen erlitten. Die Industrie teilt nicht, jede Partei hat Angst etwaige Wettbewerbsvorteile zu verlieren. Die ECORESPONSIBILITY Community hat noch einen langen Weg vor sich.

    4. Was ist den Konsumenten heute wichtig, wenn es um Outerwear und Funktionsbekleidung geht? Inwiefern haben sich die Anforderungen der Kunden verändert? Ist es schwierig diesen Ansprüchen gerecht zu werden und dabei trotzdem nachhaltig und fair zu produzieren?

    Die Anforderungen an die eigentlichen Produkteigenschaften haben sich aus meiner Sicht kaum verändert. Viele Nachfragen werden doch erst durch uns als Industrie geformt und beworben. Was ist dichter als wasserdicht? Wieviel Prozent der Käufer benötigen die Survival Kids tatsächlich? Vorrangig möchte ich mit meiner neuen Jacke besser aussehen als vorher, das neue Zelt muss sich leichter aufbauen lassen etc. Erst sehr sehr langsam spielt der Herstellungsprozess im Kaufprozess eine Rolle – wie und wo wurde das Produkt gefertigt. Speziell unsere Wintersportprodukte werden sowohl von Freizeitsportlern als auch als Berufsbekleidung bei Bergführern und Skilehrern eingesetzt. Ich bin also überzeugt, dass wirauch ÖKO&FAIR alle Anforderungen erfüllen. Das macht uns tatsächlich ein wenig stolz.

    5. Ihr seid bereits seit 2008 am Markt. Konntet ihr seitdem ein wachsendes Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit im Sportbereich feststellen?

    Wachsend von Null kommend auf immer noch sehr kleinem Niveau. Es besteht zwar ein regelmäßiges Interesse, jedoch scheint die Umsetzung sehr schwierig. Ein Bespiel: Jeder Lebensmittelmarkt vom Discounter bis zum Delikatessenladen bietet Wahlmöglichkeiten zwischen Banane und Biobananen, Kaffee und Fairtrade-Kaffee. Der Sport(fach)handel kennt nur die Kategorien nach Anwendungen: Fußball, Schwimmen, Outdoor, Running etc., am liebsten in Verbindung mit der oder dem besten Leistungssportler seines Faches. Eine ECO&FAIR Sports-Ecke wird nirgendwo konsequent erarbeitet. Warten wir also mal, bis die Stars von Real Madrid oder Roger Federer bekennenderweise und ausschließlich Produkte wie unsere nutzen. Dann wird es massentauglich.

     

     

    6. Das Closed-Loop Recycling ist einzigartig. Wie lange dauert der Prozess vom Einwerfen in den Altkleidercontainer bis zum neuen Pyua-Produkt? Könnt ihr bereits auf ausreichend Polyester aus dem eigenen Recyclingverfahren zurückgreifen?

    Wir haben mit Wenkhaus sehr früh den entscheidenden Partner gefunden. Olaf hat uns praktisch die Bauanleitung für die beste Aufbereitung geliefert. Um wirklich ausschließlich aus alten Pyua Produkten neue machen zu können benötigen wir 40 Tonnen unserer Ware – wir haben bislang kaum mehr als 24 Teile zurück bekommen. Die durchschnittliche Lebensdauer z.B. einer Skijacke liegt in Deutschland bei ca. 22 Jahren. Es dauert also hoffentlich noch, denn schließlich sollen unsere Produkte lange, nach Möglichkeit sehr lange getragen werden und Freude beim Sport vermitteln.

    7. Per- und polyfluorierte Chemikalien (kurz: PFC) werden gerade im Outdoorbereich eingesetzt, um Kleidung wasser-, fett- und schmutzabweisend zu machen. Sie stehen jedoch im Verdacht umwelt- und gesundheitsschädlich zu sein. Eure Produkte sind PFC-frei imprägniert. Ergeben sich dadurch Unterschiede im Vergleich zu konventioneller Outdoor-Bekleidung? Müssen beispielsweise bei der Wäsche und Pflege der Artikel spezielle Hinweise beachtet werden?

    Im Performancebereich in Bezug auf Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität etc. gibt es keine Unterschiede zu konventionell gefertigter Ware. Richtig ist jedoch, dass durch den Verzicht der oben beschriebenen Chemikalien der „Abperleffekt“ deutlich anders ist, das heißt, die Produkte sehen schneller schmutzig aus. Dies führt jedoch auch dazu, dass eine Reinigung sehr viel einfacher und mit einfacheren und unbedenklichen Mitteln durchzuführen ist. Eigentlich ganz clever.

    8. Ihr habt als Team schon einige renommierte Preise gewonnen, so auch den erst kürzlich verliehenen ISPO Award 2018. Darauf ruht ihr euch nicht aus, sondern entwickelt eure Produkte stetig weiter. Auf was dürfen wir uns in Zukunft von Pyua freuen?

    Wir haben in 10 Jahren nicht ein einziges Produkt entwickelt um einen Preis zu gewinnen! Wir arbeiten daran mit den besten ökologischen Materialen den größten Nutzen zu kreieren. Daraus haben sich in der Tat großartige Auszeichnungen wie auch z.B. der Gewinn des Grenntec Award oder auch die Sonderauszeichung des Deutschen Skiverband ergeben. Also Auszeichnungen für das Unternehmenskonzept. Wir werden unseren Weg der Produktentwicklung nicht verlassen und nicht für Marktbedürfnisse anpassen. Wir freuen uns dann natürlich, wenn die Teile am Ende den Kunden gefallen und wir dadurch helfen können unseren Beitrag zur Verbesserung in einer sehr undurchsichtigen Industrie zu leisten.

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