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    Support Your Local Planet

    27. Mai 2022
    Die Marke Dedicated kämpft für Mode die gut für die Umwelt, aber auch für die Menschen in der Produktion ist

    Support your Local Planet Print Shirt von DEDICATEDABOUT DEDICATED…

    DEDICATED startete schon 2006 als eine wertorientierte Marke. Die Gründer Johan Graffner und Johan Mooe, Joakim Knapp und Karin Veghed, waren zuvor schon seit 26 Jahren in der Modebranche tätig. Dadurch hatten sie auf Produktionsreisen Einblicke in die wichtigsten Produktionsstätten der Textilindustrie und sahen in dem Zuge auch den Schaden, den die Modeindustrie verursacht. Das gab den Anstoß die Branche entweder zu verlassen oder diese zu verändern.
    Aus Sicht der Gründer mangelte es an nachhaltiger Streetwear, die sich sowohl um unseren Planeten, als auch um dessen Bewohner kümmert. Und die wenigen Marken, die es bereits auf dem Markt gab waren zu langweilig und zu einfach, um für eine moderne, junge Zielgruppe attraktiv zu sein. So entstand die Idee von Kleidung mit Bezug zu Kultur und grafischer Relevanz – modisch aber mit Verantwortung. Daher arbeitet DEDICATED von Anfang an mit Illustratoren, Fotografen und Künstlern zusammen an einzigartigen Kollektionen.
    Der Slogan „Support Your Local Planet“ könnte daher nicht passender sein, denn die Kleidung von DEDICATED soll nicht nur hohe Qualitätsstandards erfüllen, sondern dabei auch eine geringe Umweltbelastung aufweisen. Transparenz, Ehrlichkeit und die Ausrichtung an Werten sind die Grundlage für das Unternehmen.

    Produziert wird in Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, GOTS- und Fairtrade-zertifiziert sind und mit erneuerbaren Energien arbeiten. 1-2 Mal pro Jahr werden die Produktionsstätten besucht – Es gibt zwar Umweltgesetze, aber da die Polizei sie nicht ausreichend durchsetzt, werden sie häufig nicht eingehalten, zum Beispiel bei der Abwasserentsorgung. Deshalb ist es so wichtig, dass die Produzenten Wert auf die besten Praktiken legen. In den Anfangsjahren mussten daher auch die Produktionspartner gewechselt werden, um die Qualitäts- und Nachhaltigkeitsansprüche zu erfüllen. Plant Friday statt Black Friday

    NACHHALTIGKEIT UND MATERIALIEN

    Als europäisches Unternehmen, das die Kleidung in Europa verkauft, aber in Indien produziert wurden das sorgfältig auf Nachhaltigkeit geachtet. Für das meist verwendete Material Baumwolle fiel die Wahl für die Produktion deshalb Indien, weil das Land die größte und beste Bio-Baumwollproduktion hat und über gute Nähereien verfügt. Alles Materialien und Produkte an einem Ort zu produzieren und die Kleidung dann nach Europa zu verschicken, hat geringere Auswirkungen auf das Klima, als zum Beispiel Baumwolle von Indien in ein anderes Land zu verschiffen und dort weiterzuverarbeiten, um dann die fertige Kleidung per LKW zum Lager oder Verkaufsort zu transportieren. Die Klimaauswirkungen von DEDICATED entstehen hauptsächlich durch die Produktion der recycelten Stoffe, das Nähen, den Transport und die Reisen. Ein weiterer Vorteil in Indien zu produzieren, ist der Preis, so kann mehr Menschen der Zugang zu ethischer Kleidung ermöglicht werden und den Menschen vor Ort hilft es, der Armut zu entkommen. Ziel war es in jedem Schritt der Lieferkette die Co2-Emissionen zu reduzieren – verbleibenden Emissionen, werden mit dem Projekt #letsgrowaforesttogether ausgeglichen. Die Nutzung GOTS-zertifizierte Baumwolle bedeutet also im Vergleich zum konventioneller Baumwolle 46% weniger CO2-Emissionen, 91% weniger Wasserverbrauch und 62% weniger Energie. Ein weiterer Vorteil: es wird komplett auf schädliche Chemikalien und Pestizide verzichtet.
    Durch das GOTS-Siegel wird außerdem sichergestellt, dass ökologische und soziale Anforderungen der gesamten Wertschöpfungskette eingehalten werden.

    Baumwolle war in der Modeindustrie bis 2000 die am häufigsten verwendete Faser, bis in den 50er Jahren die Polyester-Produktion begann. Seither ist der Anteil von Polyester dreimal so hoch, wie der von Baumwolle aufgrund der billigen Herstellung. Bio-Baumwolle macht auch heute noch erst ein Prozent der gesamten Baumwollproduktion aus. 59% der gesamten Baumwolle ist von der Better Cotton Initiative (BCI). Diese stellt keine richtige Zertifizierung dar, bei der Bauern zwar über gefährliche Chemikalien aufgeklärt werden, aber dennoch kommen auf ein Kilogramm Baumwolle genauso viele Chemikalien und die Auswirkungen sind gleich zu konventioneller Baumwolle. Von Nachhaltigkeit kann hier keine Rede sein. Auch die Auswirkungen auf das Klima sind die gleichen wie bei konventioneller Baumwolle und in der Produktion sind auch keine Veränderungen oder Verbesserungen feststellbar. Für die Big Player, wie Beispielsweise H&M ist die BCI ein effektiver und einfacher Weg, um Verbaucher*innen über die Nachhaltigkeit der Produkte zu täuschen. Täuschung daher, weil beispielsweise GOTS-zertifizierte Baumwolle im Vergleich zu der Better-Cotton Baumwolle einen 46% geringeren CO2-Fußabdruck hat und keine Chemikalien zum Einsatz kommen.

    Fakt ist, dass es mehr GOTS- und Fairtrade-Zertifizierte Baumwolle auf dem Markt gibt, als nachgefragt wird, anders als Fast-Fashion Konzerne behaupten. GOTS-Baumwolle wird zwar immer mehr die Norm für Kinderkleidung, da die gesamte Wertschöpfungskette frei on Chemikalien ist, dennoch bleibt die Frage, warum wird diese Baumwolle nicht für alle Kollektionen verwendet? Der Grund dafür sind weiterhin die Fast-Fashion Konzerne, die Kund*innen weiterhin mit Greenwashing und Desinformation täuschen. Die zertifizierte Baumwolle ist selbstverständliche teurer, als solche aus konventionellem Anbau, aber Kleidung war noch nie so billig wie heute. Schnell, viel und einfach gekauft, schaden die Produkte dem Planeten und auch uns selbst. Es läuft etwas grundlegend falsch in der Modeindustrie, wenn eine verantwortungsvolle Produktion finanziell nicht möglich ist.

    Auch Polyester kommt bei DEDICATED zum Einsatz, allerdings ausschließlich recyceltes, um das im Überfluss vorhandene Plastik auf schlaue Art und Weise zu nutzen und den Schritt der Ölgewinnung zu umgehen. Somit können 59% Energie und 35% Wasser eingespart werden. Das Polyester stammt aus dem Post-Consumer Recycling, konkret aus den Abfällen der Haushalte, der somit nicht auf der Deponien der Welt landet sondern wiederverwertet wird. Das recycelte Polyester kommt bei Badekleidung, Jacken und anderen Outdoor-Kleidungsstücken zum Einsatz. Diese müssen weniger häufig gewaschen werden und die Abgabe von Mikoplastik uns Abwasser kann so deutlich reduziert werden.

     

    HERAUSFORDERUNGEN

    Zu Beginn stellten die Zertifikate und die nachhaltige und faire Produktion geringer Mengen, die größten Herausforderungen dar. Durch Besuche von Produzenten verschiedenster Standorte auf der ganzen Welt, konnte der heute Standard von DEDICATED erreicht werden und die Zusammenarbeit mit Fabriken in Indien sehr gut. Es war schwer, den Verbrauchern zu vermitteln, was das bedeutet, also kommunizierten wir hauptsächlich über unsere Design-Mitarbeiter und den kreativen Teil des Unternehmens. Im Grunde haben wir 10 Jahre lang „Green Shading“ betrieben, was das Gegenteil von „Green Washing“ ist: Wir haben in Nachhaltigkeit investiert, aber nicht wirklich darüber gesprochen. Das Bewusstsein der Verbraucher wurde erst später durch Dokumentarfilme wie „The True Cost“ und „River Blue“ sowie durch mehr Debatten und Klimathemen in den Medien geweckt. Jetzt hat sich die Lage geändert, und die Klimadebatte hat wirklich geholfen. Mehr Menschen wissen, dass 8 % der globalen Klimaauswirkungen von der Textilindustrie verursacht werden. Unsere Nachhaltigkeitsarbeit hat sich für uns endlich zu einem guten Geschäftsfaktor entwickelt.

    ERFOLGE

    Grund für den Erfolg von DEDICATED war das Interesse der breiten Gesellschaft an nachhaltigen Themen und damit auch das steigende Interesse an nachhaltigen Marken. In den vergangenen Jahren konnte DEDICATED somit 40% pro Jahr wachsen und komplette Kollektionen für Männer und Frauen mit Bademode und Outdoorbekleidung entwickeln. Allgemein profitieren Marken, die sich auf nachhaltige und faire Produkte ausrichten von der steigenden Nachfrage und einen wachsenden Teil bewusster Verbraucher*innen

    Der Hauptgrund für unseren Erfolg ist, dass wir bereit waren, als die Öffentlichkeit endlich anfing, aufzuholen und sich zu informieren. Wir haben vierzehn Jahre Erfahrung in der Herstellung von Kleidung auf eine nachhaltigere Weise. In der EU wächst dieser Markt um 20 % pro Jahr und weltweit um 9 %.

    VERÄNDERUNGEN IN DER MODEBRANCHE

    Die Vielzahl an Zertifizierungen und Standards sind für Kund*innen unübersichtlich und verwirrend. In Schweden ist das Label „Svanen“ beliebt, aber nicht sehr gut reguliert, über das GOTS-Siegel wissen die meisten hingegen nichts.

    Außerdem benötigt es dringen Hilfe seitens der Politik. Es mangelt an Regeln und Gesetzen für die Produktion von Kleidung. Die EU sollte Materialien wie Polyester verbieten, strengere Auflagen für Siegel erlassen und konventionelle Baumwolle verbieten, da diese Produkte nicht ohne schlechtes Gewissen gekauft werden kann. Auch kann die gesamte Verantwortung nicht nur auf Verbraucher*innen abgeschoben werden, es braucht daher Unterstützung seitens der Politik, um die Industrie zu verändern. Hersteller und Marken müssen sich ihrer Verantwortung stellen, um das Wohlergehen der Natur, Tiere und auch der Menschen zu schützen. Produkte müssen einen nutzen erfüllen, auch ein noch so nachhaltig produziertes Produkt schadet dem Planeten, wenn es keinen Zweck erfüllt. Alles was als nachhaltig bezeichnet wird, muss auch an irgendeiner Stelle reguliert und geprüft werden. Dennoch sollten sich Kund*innen informieren und somit auch in der Lage sein, Greenwashing zu erkennen.

    TIPPS

    Bevor Sie etwas Neues kaufen, sollten Sie sich fragen, ob Sie es mindestens 10 Mal oder hoffentlich öfter benutzen werden! Kann es mehrmals gewaschen werden? Wird es lange halten?

    Legen Sie sich einen einfachen Kleiderschrank zu, in dem Sie Ihre Kleidung leicht zusammenstellen können.

    Waschen Sie Ihre Kleidung nicht so oft. Hängen Sie sie stattdessen in die Sonne.

    Kleidung, die Sie nicht so oft brauchen, können Sie ausleihen, zum Beispiel für einen Skiausflug, eine Hochzeit oder eine Party.

    Kaufen Sie auch Kleidung aus zweiter Hand und tauschen Sie sie mit anderen. Kaufen und verkaufen Sie Ihre Kleidung mit anderen. Finden Sie dafür Ihre Lieblingsläden oder Plattformen.

    Lernen Sie, wie man einfache Dinge repariert, z. B. einen kaputten Knopf. Das kann man leicht vor dem Fernseher machen!

    Quelle :
    https://www.asustainablecloset.com/interview-brands/interview-6-dedicated
    https://www.dedicatedbrand.com/de/fabrics
    https://www.dedicatedbrand.com/de/our-story

     

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