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    Fashion Revolution Week: be fair in any color you like!

    23. April 2018

    Die großen Fashion Shows Europas, wie etwa die Fashion Weeks in London, Paris, Mailand und Berlin zeigen mehrmals jährlich, inszeniert als medienträchtiges Spektakel, die neusten Trends und Looks in Sachen Mode. Nicht selten schaffen es die zunächst exklusiven Kleidungsstücke und Accessoires innerhalb weniger Wochen vom Catwalk in die Läden, vom Archetyp zum massenhaft produzierten Artikel, der die Konsumenten nicht nur optisch, sondern auch als preisgünstige Alternative zur Haute-Couture überzeugt. Die Frage nach der Realisierbarkeit solch schnelllebiger Entstehungsprozesse fällt dabei leicht hinten ab, der Kunde ist schließlich am Endprodukt interessiert. Gleichzeitig müssen wir uns aber mit der Frage auseinandersetzen, ob die unbequemen Wahrheiten, die es im Zusammenhang mit massenhafter Textilproduktion auszusprechen gilt, nicht auch Wahrheiten sind, welche einerseits als Endverbraucher ungerne gehört, gleichzeitig aber auf Produzentenseite auch nicht so transparent zugänglich gemacht werden, wie es nötig wäre, um nachzuvollziehen, woher unsere Kleidung stammt und unter welchen Bedingungen sie produziert wird und von wem.
    Vor fünf Jahren, am 24. April 2013 stürzt in der Nähe Dhakas, der Hauptstadt Bangladeschs ein achtstöckiges Gebäude ein, wobei der Ausbau eines weiteren neunten Stockwerks bereits in Planung ist. Es handelt sich hierbei um das bis heute größte und erschreckendste medial aufbereitete Unglück in der Geschichte der Textilindustrie: Das Rana Plaza, so der Name des Gebäudes, beherbergt vorrangig Textilfirmen. Der Einsturz fordert 1135 getötete Menschen und 2438 Verletzte. Das wirkliche Ausmaß der Katastrophe wird einem jedoch erst klar, sobald man Zugang zu den hintergründigen Informationen des schrecklichen Unglücks bekommt: Arbeiter*innen des Rana Plaza machen einen Tag vorher, am 23. April 2013 auf Gebäuderisse aufmerksam, so dass die örtliche Polizei den Zugang verbietet. Die Textilarbeiter*innen werden tags darauf jedoch gezwungen in dem baufälligen Haus ihrer Arbeit nachzugehen, so dass sich mehr als 3000 Menschen im Rana Plaza befinden als dieses einstürzt. Der 24. April geht dabei als das traurige und geschichtsträchtige Datum unserer Zeit in die Modegeschichte ein und wirft bei der breiten Masse der Konsumenten*innen erstmals Überlegungen auf, die die bestehenden Produktionsketten unserer Kleidung in Frage stellen.

     

    Die Zeit der Fashion Revolution

    Die Mode- und Textilbranche rückt mit dem Unglück in Bangladesch in den Fokus der Medien. Infolgedessen zeigen nun immer mehr Konsumenten*innen ein gesteigertes Interesse an den Herstellungsbedingungen ihrer Kleidung, wobei erschreckende Wahrheiten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden. Die Modeindustrie gehört zu den Wirtschaftszweigen, die die schlechtesten Bedingungen für ihre Arbeiter*innen bietet: unzureichende Löhne, die weit unter dem Mindestlohn liegen und kein Überlebensgarant sind, Zwangsarbeit und Arbeitszeiten, die schlicht menschenunwürdig sind, sind im Fast-Fashion-Business an der Tagesordnung. Das alles nehmen wir in Kauf, um schnell und günstig den neusten Trends zu folgen.
    Als Antwort auf die Tragödie des Rana Plaza formiert sich allerdings im Jahr 2013 eine weltweite non-profit-Bewegung in über 100 Ländern: Fashion Revolution. Die Bewegung steht für sukzessive Reformen der Mode- und Textilwirtschaft und legt dabei den Fokus auf die Voraussetzungen von Transparenz in der Lieferkette unserer Textilien. Fashion Revolution erklärt den 24. April zum Fashion Revolution Day, an dem alle Menschen dazu aufgefordert werden, die entscheidende Frage „Who made my clothes?“ zu stellen.
    Inzwischen ist aus dem Fashion Revolution Day eine ganze Fashion Revolution Week geworden, die ganz im Zeichen der unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellten Mode steht. Mit dem Hashtag #whomademyclothes, der in den vergangen Jahren zum Twitter-Global-Trend Nr. 1 wurde und der Verlinkung der entsprechenden Firmenseiten, werden Textilunternehmen aufgefordert, Transparenz in ihre Lieferkette zu bringen. Es geht also um die Frage welche Textilien wir da tragen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden: Werden die Arbeiter*innen angemessen bezahlt? Unter welchen gesundheitlichen Bedingungen müssen sie arbeiten? Welche Materialien werden verwendet? Werden giftige Stoffe verwendet? Das sind Beispiele für Fragen, die wir uns öfter stellen sollten, wenn es darum geht neue Trends in unseren Kleiderschrank zu integrieren. Fashion Revolution will die entsprechenden Unternehmen unter Zugzwang setzen – immerhin, viele haben in den vergangenen Jahren auf die entsprechenden Tags geantwortet -, aber auch dazu auffordern, unser eigenes tagtägliches Konsumverhalten zu überdenken und zu überlegen, welchen Preis wir bereit sind zu zahlen, um mit der Schnelllebigkeit der Mode zu mitzuhalten.

    Transparenz – es funktioniert!

    Es zeigt sich, dass der öffentliche Aufruf zu Transparenz gelingt: Laut einer Studie der internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie Oeko-Tex sind Kunden*innen, die über ein Wissen an den erschreckenden Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion verfügen, in erhöhtem Maße daran interessiert, zu erfahren, wie ihre gekauften Artikel hergestellt wurden. Weitere Studien bestätigen den zunehmenden Wunsch zahlreicher Konsumenten*innen, fair produzierte Produkte zu erwerben. Und so wächst auch die Auswahl an grünen Labels, die es in Sachen Design und Verarbeitung mit konventionellen Fast-Fashion-Riesen aufnehmen können.
    Die Zeichen der Zeit stehen auf grün! Selbst die ganz Großen der Modeindustrie sehen die Notwendigkeit, sich dem Thema Nachhaltigkeit und fair produzierter Textilien zu widmen. So launcht H&M diesen Monat das Konzept Take Care, das sich für eine längere Lebensspanne von Kleidungsstücken und somit für eine klimafreundlichere Wertschöpfungskette stark macht. Ob es sich dabei tatsächlich um echte Nachhaltigkeitsbestrebungen oder letztlich um Greenwashing handelt, bleibt abzuwarten, deutlich wird dabei aber vor allem eins: Wir als Verbraucher*innen haben die Macht, einen ideologischen Wandel in der Modebranche zu erzeugen!

     

    Fair-Fashion als Verkaufsargument

    Und das zeigt sich auch an den Labels, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, auf die Herstellung nachhaltiger und fair produzierter Produkte zu setzen. Fair-Fashion-Kollektionen sind gefragt und können sich sehen lassen. Und das ist auch gut so, denn laut einer Utopia-Umfrage zum nachhaltigen Konsum sind 53% der Befragten daran interessiert, dass ihre Kleidung fair, beziehungsweise ökologisch hergestellt wird. Und so ziehen auch die Modehäuser nach: die Bereitschaft neue Fair-Fashion-Labels zu testen und Flächen für nachhaltige Mode bereitzustellen wächst zunehmend. Ein deutliches Zeichen dafür, dass es Armedangels & Co nach und nach durchaus mit den konventionellen Labels der Branche aufnehmen können.
    Den Anstoß für diese Bewegung liefert die zunehmende Bedeutung an gesundheitsorientierten und grünen Themen im Privaten. Wir achten mehr darauf wie wir uns ernähren, woher unsere Nahrung stammt, fahren öfter mit dem Fahrrad oder nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Es ist eine logische und notwendige Konsequenz, dass dieser Trend sich auch in unserem modischen Konsumverhalten widerspiegelt. Jetzt liegt es an der Industrie dem gesteigerten Interesse an Fair- und Organic-Fashion nachzukommen! Die Bereitschaft der Konsumenten*innen, so zeigen diverse Studien, mehr Fair-Fashion zu kaufen ist da, so denn es ein breites, attraktives und ein leicht zugängliches Angebot an entsprechenden Artikeln gibt. Diesen Voraussetzungen gilt es Folge zu leisten. So müssen entsprechende Siegel leichter verständlich sein und der Zugang zu fair produzierter Kleidung vereinfacht werden! Stimmen Design, Preis und Passform so sind nachhaltige Materialien und faire Produktionsbedingungen ein absoluter Mehrwert auf den die Kunden*innen positiv reagieren. Das steigende Kaufinteresse im nachhaltigen Modebereich zeichnet also die positiven Auswirkungen auf die transparente Wertschöpfungskette nach. Jetzt liegt es auch an den Labels und Firmen des Fair-Fashion-Segments, an ihrer Professionalität zu arbeiten und so weiterhin gerüstet zu sein um die unweigerlich steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stillen.

       
     

    Fashion Revolution Week – Who made my clothes?

    Als Fair-Fashion-Store sind wir natürlich auch dieses Jahr wieder bei der Fashion Revolution Week dabei und beteiligen uns an verschiedenen Aktionen, die dazu beitragen sollen, den Herstellungsprozess unserer Textilien durchschaubarer zu gestalten. Auch wir fordern die Unternehmen mit dem Hashtag #whomadeyourclothes dazu auf, uns die Menschen vorzustellen, die an der Lieferkette unserer Kleidungsstücke beteiligt waren.
    Am Fashion Revolution Day selbst werden wir in der Nürnberger Innenstadt unterwegs sein und euch mit Infomaterial versorgen, wie etwa einer Labelübersicht der gängigen Textilzertifizierungen, die unter den Gesichtspunkten des Sozialen, der Ökologie und der Glaubwürdigkeit bewertet werden, damit ihr künftig genau wisst, was es mit der Kleidung auf sich hat, die ihr bei uns angeboten bekommt. An weiteren Aktionen, wie etwa dem Jeans Repair Shop in unserem Store in Luzern oder aber der Talkrunde im Nürnberger Vinty’s zur Frage „Wie nachhaltig und fair ist unsere Mode wirklich?“ werden wir euch online teilhaben lassen. Schaut im Laufe der Woche bei uns auf Instagram und Facebook vorbei oder besucht uns vor Ort. Und auch ihr könnt aktiv werden und euren eigenen Beitrag dazu leisten, die Fashion Revolution voranzutreiben und die Unternehmen der Modeindustrie unter Druck setzen. Hier könnt ihr euren Revolution-Flyer ausdrucken und den Brands die entscheidende Frage stellen: Postet euer Bild mit dem Etikett eures Kleidungsstücks und dem Hashtag #whomademyclothes auf Twitter, Facebook und Instagram und verlinkt das entsprechende Label darunter. Werdet Teil der Fashion Revolution!

     

    Corinne Heuer

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