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    Lifestyle

    #PRIDE – SO ENGAGIEREN SICH QUEERPOSITIVE MARKEN IM PRIDEMONTH

    24. Juni 2021

    Der Monat Juni wird weltweit als Pridemonth zelebriert. Es finden jährlich große Paraden statt, bei denen Menschen der LGBTQ+ Community ihre sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten feiern und zum Ausdruck bringen.

    Der Ursprung liegt in den USA, wo es am 28. Juni 1969 zum Stonewall Aufstand kam, als sich queere Menschen gegen eine Polizeirazzia in der Stonewall Bar wehrten. Es folgten globale politische Emanzipationsbewegungen, in der sich Aktivist*innen für die Rechte der LGBTQ+ Community stark machten.

    Auch dieses Jahr ist der Juni wieder bunt: Denkmäler werden in Regenbogenfarben beleuchtet und die sozialen Medien sind voll mit Content zum Thema #pride.
    Zu sehen wie viele Menschen im Pridemonth ihre Reichweite nutzen, um Sichtbarkeit für queere Themen finden wir toll. Jedoch sollte man des öfteren mal genauer hinschauen, da es immer noch genügend Unternehmen gibt, die den Pridemonth als gewinnorientierte Marketingaktion ausnutzen. Diese Unternehmen engagieren sich meistens weder für die LGBTQ+ Community, noch wird sich ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt. Diese Art von eigennützigem Marketing nennt sich rainbowwashing.
    Allerdings gibt es genügend Marken, die sich nicht nur während dem Pridemonth aktiv für die Sichtbarkeit der LGBTQ+ Community einsetzen. Wir haben mal bei unseren Marken im glore Shop nachgeforscht, wie sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.
    Die nachhaltige Kondom- und Periodenartikel Marke Einhorn engagiert sich in den sozialen Medien vor allem für sexuelle Freiheit. Dazu gehört unter anderem das Wohlfühlen in der eigenen sexuellen Orientierung und Identität. Anlässlich des Pridemonths, klären sie auf Instagram über rainbowwashing auf, geben Tipps wie man das Thema in den Alltag integrieren kann und planen ein Projekt, um noch mehr Sichtbarkeit zu schaffen.
    Auch das queer-owned Label Fremdformat zeigt sich in diesem Monat bunt. Die Gründerinnen Stefanie und Julia haben die Schaufenster des Ladens mit queeren Puppen und Statements für mehr Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung geschmückt. Damit sorgen sie für mehr Sichtbarkeit, Toleranz und Akzeptanz für die LGBTQ+ Community. Wir durften den beiden ein paar Fragen stellen:

    INTERVIEW MIT FREMDFORMAT GRÜNDERINNEN

    glore: Wie seid ihr auf diese Idee gekommen, euer Schaufenster zu dekorieren und habt ihr dafür auch negatives Feedback erhalten?

    Julia & Stefanie: Da pandemiebedingt letztes Jahr keine Pride-Paraden stattfinden konnten, wollten wir ein Zeichen für Sichtbarkeit von LSBTIQ+ Menschen setzen und haben kurzerhand eine kleine Parade in unserem Schaufenster stattfinden lassen. Die Reaktion der Leute war wirklich überwältigend – mit so viel positivem Feedback hatten wir gar nicht gerechnet. Ehrlicherweise hatten wir sogar ein bisschen Angst, da wir auf den kleinen Demoplakaten, die die Puppen tragen zum Teil auch sehr politische Statements gesetzt haben. Ein paar gibt es natürlich immer, denen das nicht passt aber das waren zum Glück sehr, sehr wenige und unsere Scheibe ist (bis jetzt) zum Glück heil geblieben :D. Alles in allem ist es sehr interessant die Reaktionen zu beobachten und zu hören, was beispielsweise Eltern ihren Kindern sagen, wenn diese danach fragen…

    glore: Wie wichtig ist es euch, auch unabhängig vom Pridemonth, als queer-owned business wahrgenommen zu werden?

    Julia & Stefanie: Es ist uns wichtig, die Menschen aus der Community zu erreichen und einfach zu zeigen, dass hier jeder willkommen ist. Viele queere Paare fühlen sich unwohl mit ihrem Lieblingsmensch, Hochzeitsringe zu kaufen und Gefahr zu laufen in einem Geschäft dafür Missbilligung oder Diskriminierung zu erfahren. Natürlich sollte das überall kein Thema mehr sein, aber aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es leider lange noch nicht überall der Fall ist.
    glore: Empfindet ihr den Pridemonth als Möglichkeit, um mehr Awareness zu schaffen?

    Julia & Stefanie:Uns beschäftigt das Thema natürlich nicht nur im Juni. Gerade durch die Pandemie sind viele Themen in den Hintergrund gerückt. Deshalb bietet der Pride Month eine gute Gelegenheit auf die immer noch existierenden Probleme aufmerksam zu machen. Auch wenn (in Deutschland) rechtlich gesehen in den letzten Jahrzehnten einiges passiert ist, erfahren trotzdem viele LSBTIQ+ Menschen täglich Anfeindungen oder werden diskriminiert. Sei es beispielsweise am Arbeitsplatz oder schon bei der Jobsuche. In anderen Ländern der Alltag noch ganz anders aus, denn hier drohen diesen Menschen Verfolgung, Haft oder sogar Folter und Tod.

    glore: Was würdet ihr euch über den Pridemonth hinaus wünschen, bezüglich Bewusstseinsschaffung, Sichtbarkeit und Diversität in der Modewelt?

    Julia & Stefanie: Es ist endlich an der Zeit die vorgegeben Rollenmuster zu durchbrechen. In der Modewelt bewegt sich langsam etwas, zumindest was Körper betrifft, ist Diversität gefragter denn je. Einige Brands produzieren Unisex Kollektionen oder sind grösseninklusiv(er). Das wünschen wir uns auch von der fairen Mode. Jetzt liegt es an allen, die Produkte auch wirklich inklusiv zu gestalten, Grösse und Geschlecht soll keine Einschränkung darstellen. Wir haben bei uns festgestellt, dass ein offener Umgang damit sehr wichtig ist. Seit wir klar kommunizieren, dass alle Stücke unisex/genderless sind, kommen beispielsweise mehr Männer zu uns, um Schmuck für sich zu kaufen. Wir wünschen uns, dass eine Frage wie „Habt Ihr auch Männerschmuck?“ irgendwann nicht mehr gestellt wird. Weil: Mode ist für alle da.

     

    Diese Einstellung von den beiden hat uns auf jeden Fall beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Auch hier bei glore sind wir für das Thema rund um LGBTQ+ sehr aufgeschlossen und freuen uns, wenn wir uns weiterbilden und uns untereinander austauschen können. Anlässlich zum Pridemonth laden wir auch euch ein, aufgeschlossen gegenüber queeren Themen zu sein und so einen Safe Space für die Community zu kreieren. #loveislove

    [LGBTQ+/LSBTIQ+ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intersexuell, queer und alle weiteren sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten]

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