Organic Content Standard (OCS)
OCS Kriterien
- Rückverfolgbarkeit: Die Identität des Bio-Materials muss von der Farm bis zum Endprodukt gewahrt bleiben.
- Zertifizierter Ursprung: Es werden nur Materialien von Farmen akzeptiert, die nach anerkannten Bio-Standards (z. B. EU-Öko-Verordnung oder USDA NOP) zertifiziert sind.
- Jährliche Audits: Jede Betriebsstätte in der Lieferkette wird jährlich von unabhängigen Zertifizierungsstellen kontrolliert.
- Dokumentationspflicht: Der Warenfluss wird durch Scope Certificates (SC) (bestätigen die Zertifizierung eines Betriebs) und Transaction Certificates (TC) (bestätigen die Bio-Eigenschaft einer spezifischen Lieferung) lückenlos belegt.
- Strikte Trennung: Bio-Material muss in allen Phasen der Produktion und Lagerung strikt von nicht-zertifiziertem Material getrennt werden, um Vermischungen zu vermeiden
- Spezielle Materialvorgaben: Bei Bio-Baumwolle sind Screenings auf Gentechnik (GMO) in einem frühen Stadium (Entkörnung oder Spinnerei) zwingend vorgeschrieben. Und Bio-Wolle darf nur von Farmen stammen, die kein Mulesing praktizieren.
Produkte mit dem OCS-Siegel:
Der OCS Standard im Überblick
Der OCS ist ein internationaler, freiwilliger Standard, der Anforderungen für die Zertifizierung von biologisch erzeugten Rohstoffen durch Dritte sowie für die Produktkette (Chain of Custody) festlegt. Das Hauptziel ist es, die Produktion in der biologischen Landwirtschaft zu steigern. Verwaltet wird der Standard von der globalen Non-Profit-Organisation Textile Exchange.
Vorteile des Organic Content Standards
- Transparenz: Er bietet Unternehmen und Konsumenten ein vertrauenswürdiges Werkzeug, um den tatsächlichen Gehalt an biologisch erzeugten Fasern in einem Produkt zu kommunizieren.
- Globale Anwendbarkeit: Der Standard kann weltweit auf die gesamte Textillieferkette angewendet werden.
- Vielseitigkeit: Da er weniger strenge Verarbeitungsauflagen als GOTS hat (z. B. keine sozialen oder chemischen Anforderungen), ist er für eine breitere Palette von Produkten anwendbar.
Differenzierung: OCS 100 vs. OCS Blended
OCS 100:
- Das Produkt muss aus mindestens 95 bis 100 % zertifiziertem Bio-Material bestehen.
- Darf kein konventionelles Material derselben Art enthalten (z. B. keine Mischung aus Bio- und konventioneller Baumwolle).
OCS Blended
- Das Produkt muss aus mindestens 5 bis 94 % zertifiziertem Bio-Material bestehen.
- Hier ist eine Mischung mit konventionellem Material derselben Art ist erlaubt.
Unterstützung für Landwirte im Umbruch
Ein wichtiger Fakt ist zusätzlich, dass der OCS auch "In-Conversion" (Umstellungsware) akzeptiert. Das bedeutet, das Material stammt von Farmen, die sich gerade im Prozess der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft befinden. Mit dem Kauf dieser Produkte werden Landwirt:innen direkt dabei unterstützt, die oft schwierige mehrjährige Übergangsphase zur Bio-Zertifizierung finanziell zu überstehen.
Du willst noch mehr über OCS erfahren?
Für detaillierte Informationen empfehlen wir die Seite von Textile Exchange, der globalen Non-Profit-Organisation, die den Standard entwickelt hat und verwaltet. Ähnlich wie beim GOTS-Siegel kannst du die Echtheit einer OCS-Zertifizierung selbst prüfen. Auf dem Label am Produkt findest du das entsprechende Logo (OCS 100 oder OCS Blended) sowie die Lizenznummer des Herstellers. Jedes Unternehmen in der Lieferkette muss über ein gültiges Scope Certificate (SC) verfügen, welches bestätigt, dass der Betrieb zur Verarbeitung von OCS-Ware berechtigt ist.
Selbstverständlich führen wir bei glore.de auch Produkte im Sortiment, die nach dem Organic Content Standard zertifiziert sind. Als Nachhaltigkeitspionier ist es uns wichtig, dir für jedes Kleidungsstück die bestmögliche Transparenz über den Anteil an biologisch erzeugten Fasern zu bieten. Stöbere in unserem kuratiertem Sortiment und finde nachhaltige Mode für Damen und Herren, die entweder das OCS 100 Siegel für fast reines Bio-Material oder das OCS Blended Siegel für hochwertige Fasermischungen trägt.