Schuftet ihr auch schön? - Der Wecker klingelt um kurz vor sieben, ich stehe auf, gehe ins Bad und dusche mich. Die Sonne weckt mich, ich stehe auf, gehe nach draußen und wasche mich mit Wasser, das ich vorher aus dem Brunnen geholt habe. Ich überlege mir, was ich heute zum Frühstück essen möchte. Zur Auswahl stehen Joghurt, Müsli, Früchte und Brot mit verschiedenen Aufstrichen. Heute esse ich eine Schüssel Obst mit Joghurt und Nüssen. Zum Frühstück esse ich wie jeden Morgen eine Schüssel Brei. Ab und zu habe ich zusätzlich auch Früchte, aber die letzte Mango habe ich schon gestern gegessen. Mit dem Auto fahre ich aus dem kleinen Vorort zum nächsten Bahnhof und fahre weiter in die Stadt. Im Zug ist wie immer genügend Platz und schnell bin ich an meinem Arbeitsplatz angekommen. Ich treffe mich mit ein paar Kolleginnen am Rande des Slums und gemeinsam laufen wir eine Stunde zu unserem Arbeitsplatz. Der morgendliche Verkehrslärm übertönt unsere Gespräche. Wie jeden Morgen kommen...
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Schuftet ihr auch schön?

Von , 28.06.2018

Der Wecker klingelt um kurz vor sieben, ich stehe auf, gehe ins Bad und dusche mich.

Die Sonne weckt mich, ich stehe auf, gehe nach draußen und wasche mich mit Wasser, das ich vorher aus dem Brunnen geholt habe.

Ich überlege mir, was ich heute zum Frühstück essen möchte. Zur Auswahl stehen Joghurt, Müsli, Früchte und Brot mit verschiedenen Aufstrichen. Heute esse ich eine Schüssel Obst mit Joghurt und Nüssen.

Zum Frühstück esse ich wie jeden Morgen eine Schüssel Brei. Ab und zu habe ich zusätzlich auch Früchte, aber die letzte Mango habe ich schon gestern gegessen.

Mit dem Auto fahre ich aus dem kleinen Vorort zum nächsten Bahnhof und fahre weiter in die Stadt. Im Zug ist wie immer genügend Platz und schnell bin ich an meinem Arbeitsplatz angekommen.

Ich treffe mich mit ein paar Kolleginnen am Rande des Slums und gemeinsam laufen wir eine Stunde zu unserem Arbeitsplatz. Der morgendliche Verkehrslärm übertönt unsere Gespräche. Wie jeden Morgen kommen die Busse, Rikschas und Mofas nur sehr langsam voran.

Um 8:30 Uhr in der Arbeit angekommen mache ich als erstes das Fenster auf, über Nacht ist die Luft ganz schön stickig geworden. Ich setze mich an meinen großen Schreibtisch, mache den Computer an und lese die ersten E-Mails.

Am Eingang der Fabrik muss ich meine Karte vorzeigen und stempeln – die Uhr zeigt 7:00 Uhr. Es hängt ein neues Schild an dem Schwarzen Brett, leider weiß ich nicht was darauf steht. Ich bahne mir den Weg durch die stickige Halle zu meiner Nähmaschine und beginne sofort mit der Arbeit.

Es ist schon fast 13 Uhr und ich freue mich schon auf meine Mittagspause. Wir werden wieder gemeinsam ein Mittagessen zubereiten, uns bei gutem Wetter in den Park setzen und den Sonnenschein genießen.

Gerade so habe ich es geschafft die vorgegebene Zeit der Toilettenpause einzuhalten, schnell esse ich noch einen kleinen Fladen, schließlich muss ich mein Tagespensum einhalten und habe keine Zeit für eine große Pause. Der Aufseher sieht mich auch schon so skeptisch an - ich will nicht wieder beschimpft werden...

Am Nachmittag freue ich mich über den kühlen Altbau, heute ist es draußen ganz schön warm. Es wird später auch noch heißer interessanter, denn wir bekommen Besuch von unserem Männermodel.

Es sind mal wieder die Ventilatoren ausgefallen und durch die kleinen, vergitterten Fenster kommt kaum frische Luft in die stickige Halle.

Nach acht Stunden Arbeit verabschiede ich mich von meinen Kolleginnen und mache mich auf den Nachhauseweg. Ich freue mich schon auf Morgen, denn wir bekommen Besuch von Nudie Jeans.

Am Ende meiner Schicht stempel ich mich aus, gehe aber wieder zurück, da wir noch einen Auftrag abschließen müssen. Gegen 23 Uhr mache ich mich dann im Dunkeln auf den Nachhauseweg.

Ich heiße Anna, bin 23 Jahre alt und arbeite in Deutschland.

Ich heiße Rehana, bin 15 Jahre alt und arbeite in Bangladesch.


Der Tagesablauf von Rehana ist in der Textilindustrie keine Seltenheit und beruht auf Tatsachen. Auch schreckliche Ereignisse wie das Rana Plaza Unglück sind keine Seltenheit. Berichtet wird über beides kaum. Getan wird noch weniger.


Aber es geht auch anders

Eco Fashion Labels versuchen andere Wege zu gehen: gute Arbeitsbedingungen, eingehaltene Sicherheitsbedingungen und gerechte Löhne. Labels wie People Tree machen ihre Produktion transparent und beziehen ihre Ware aus zertifizierten Betrieben. Wie zum Beispiel von Assisi Garments, einem Fair Trade Betrieb aus Südindien, der mit People Tree zusammenarbeitet und viele der beliebtesten Styles aus Bio-Baumwolle anfertigt. Das Palm Print Tee wurde beispielsweise von Assisi Garments produziert. Die Lieferkette war eine der ersten, die die Soil Association Global Organic Textile Standards Zertifizierung erreicht hat. Diese Zertifizierung ist ähnlich zu GOTS und überprüft die Lieferkette vom Anbau, über die Herstellung bis zum Endprodukt auf Umwelt- und Sozialstandards.



Worker at Assisi Garments         Workers at Assisi Garments        Assisi Garments

Quelle: People Tree


Assisi Garments tut selbst auch etwas Gutes: ein Krebskrankenhaus und ein Altenheim werden von dem Produktionsbetrieb unterstützt. Faire Bezahlung, sichere Arbeitsbedingungen und ein freundliches Arbeitsumfeld schaffen die Franziskaner Nonnen, die die Produktion gegründet haben. Sie beschäftigen taube, stumme und wirtschaftlich benachteiligte Frauen und bilden sie im Nähhandwerk aus. Hier gewinnst du einen Einblick in Assisi Garments Arbeit.


Ich finde es super, dass People Tree seine Produktion transparent macht und seine Betriebe auf der Webseite vorstellt. Da macht es gleich doppelt Spaß, ein schönes Kleidungsstück des britischen Labels zu tragen!



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