- Broschiert: 288 Seiten
- Verlag: Campus Verlag GmbH; Auflage: 1 (15. September 2008)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3593386755
- ISBN-13: 978-3593386751
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Größe und/oder Gewicht:
21,4 x 14 x 2,4 cm
Produktbeschreibungen
Verrückte Welt: Während Menschen in armen Ländern der reinen Not
gehorchend wiederverwerten, basteln und improvisieren, was das Zeug
hält, träumt ein Teil unserer saturierten Wohlstandsgesellschaft von
den romantischen Zeiten einer Graswurzelökonomie oder übt demonstrativ
Konsumverzicht, um von Abfällen zu leben. Ideologisch überhöht ist
diese Haltung inzwischen sogar zum politischen Credo einer neuen
avantgardistischen Bewegung geworden, die dem Umfeld der organisierten
Globalisierungskritik zuzurechnen ist.
Während sich viele ihrer Protagonisten in der Jugend einen Wettstreit
um die coolste Markenklamotte lieferten und ihre Freizeit bevorzugt
beim Shopping verbrachten, singen sie nun das Hohelied auf das einst so
verpönte No-Name-Produkt. Bücher mit Titeln wie Good Bye Logo!, No Logo! oder No Shopping!
genießen Kultstatus in dieser Szene. Und die wird garantiert auch ihre
Freude am Buch von Holm Friebe und Thomas Ramge haben. Ausgehend vom
geflügelten Wort von der „Marke Eigenbau“, das aus den Zeiten vor dem
Wirtschaftswunder in der BRD bzw. der Mangelwirtschaft in der DDR
stammt, werden hier Facetten und Auswüchse des „real existierenden
Konzernkapitalismus“ einer ebenso ätzenden wie geistreichen Analyse
unterzogen sowie programmatische Formen der Verweigerung und des
Protests aufgezeigt. Wer seine Sozialisation in der
pseudoanarchischen Alternativbewegung der 1970/80-er Jahre genossen
hat, als das Tragen von Batiktüchern, gefärbten Latzhosen und selbst
gestrickten Socken ebenso unverzichtbar zum Ausdruck eines
systemkritischen Nonkonformismus gehörte wie Teestuben, Naturkostläden
und Handwerkerkollektive wird bei der Lektüre so manches Déjà-vu
erleben. Hier feiert ein postmaterialistisches Gedankengut fröhliche
Urstände, das in der Geschichte des Industriekapitalismus immer mal
wieder in der einen oder anderen Form ins Kraut schoss. Das letzte Mal
musste es schlussendlich dem restaurativen Trend zur freiwilligen
Anpassung der Jüngeren an das nicht zu überwindende Leistungsethos des
„Establishments“ Tribut zollen. Arnold Abstreiter
Pressestimmen „Die Lektüre ist Pflicht für
die deutschen Management-Etagen: Derzeit gibt es hierzulande kein
anderes Werk, das so detailliert und fundiert den Wandel in der
Wirtschaft beschreibt.“ --Handelsblatt, 29. August 2008
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